VWFS Atair

Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffe des BSH

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg betreibt neben zwei reinen Vermessungsschiffen drei Spezialschiffe, die als Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffe (VWFS) eingesetzt werden:

  • Atair“ (1987 gebaut),
  • Wega“ (1990 gebaut),
  • Deneb“ (1994 gebaut).

Eigner der Schiffe ist die Bundesrepublik Deutschland

Die Atair ist eines von drei Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. Reeder des Schiffes ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Geschichte

Das Schiff wurde unter der Baunummer 1521 auf der Kröger-Werft in Schacht-Audorf gebaut. Die Baukosten beliefen sich auf 27,9 Mio. DM.[1]

Die Kiellegung fand am 2. September 1986, der Stapellauf am 24. April 1987 statt. Taufpatin war Herta Dollinger, die Frau des damaligen Bundesministers für Verkehr, Werner Dollinger.[2] Die Fertigstellung des Schiffes erfolgte im Juli 1987, die Indienststellung am 3. August des Jahres.[2]

Namensgeber des Schiffes ist der Stern Atair (auch Altair), der hellste Stern im Sternbild Adler.

Technische Daten

Das Schiff wird von einem SiemensElektromotor mit einer Leistung von 600 kW angetrieben, der auf einen Festpropeller wirkt. Das Schiff erreicht damit eine Geschwindigkeit von 11 kn. Für die Stromversorgung des Fahrmotors und des elektrischen Bordnetzes stehen zwei Dieselgeneratoren mit einer Leistung von jeweils 463 kW (Scheinleistung: 640 kVA) zur Verfügung. Als Hafengenerator ist ein Dieselgenerator mit einer Leistung von 103,8 kW (Scheinleistung: 177 kVA), als Notgenerator ein Dieselgenerator mit einer Leistung von 10,6 kW (Scheinleistung: 10 kVA) verbaut.[3]

Das Schiff ist mit einem Bugstrahlruder mit einer Leistung von 400 kW ausgestattet.[3]

Der Rumpf des Schiffes ist eisverstärkt. Das Schiff ist mit der Eisklasse „E“ klassifiziert.

Das Schiff ist mit verschiedenen Kranen und Winden ausgerüstet. So befindet sich ein Arbeitskran mit einer Ausladung von 12,5 m an Bord, weiterhin ein Seitenausleger und mehrere Davits.[3]

Einsatz

Das Schiff wird überwiegend für Vermessungs– und Wracksucharbeiten sowie für Wartungsarbeiten an den Seegangsmessbojen und BSH-Messnetzstationen in den deutschen Küstengewässern der Nord– und Ostsee eingesetzt. Dafür verfügt das Schiff über entsprechende Geräte wie Vertikal- und Fächerecholote sowie Sonaranlagen.

Das Schiff ist zusätzlich mit zwei flachgehenden, 7,4 m langen Vermessungsbooten ausgerüstet, die ebenfalls komplett mit Echoloten und Datenakquisitionsanlagen ausgerüstet sind, um selbstständig in flachen Gewässern operieren zu können. Weiterhin befindet sich eine komplette Tauchausrüstung an Bord, so dass Taucheinsätze sowohl vom Schiff, als auch von einem Vermessungsboot möglich sind. Die Atair ist mit einem ROV ausgerüstet.

An Bord des Schiffes befinden sich mehrere Labore und wissenschaftliche Räume. Stellplätze für zusätzliche Labor-Container sind vorhanden. So können zwei 20′-Container übereinander und ein 10′-Container geladen werden, bei Weglassen der Boote zusätzlich zwei weitere 10′-Container.[3]

An Bord ist Platz für 16 Besatzungsmitglieder sowie sieben Wissenschaftler.

Haupteinsatzgebiet ist die deutsche Nordseeküste mit ihren Flussmündungen, die Zwölfmeilenzone sowie die deutsche ausschließliche Wirtschaftszone in der Nordsee.

Die Atair hat in ihren ersten 15 Dienstjahren bis August 2002 rund 150.000 Seemeilen zurückgelegt und 311 bis dahin unbekannte Unterwasserhindernisse aufgespürt.

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